Klimafreundlich reisen

Klimafreundlich reisen: Tipps für die Urlaubsplanung

27.05.2026

Ob Kurztrip oder Fernreise: Urlaub und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Wir zeigen dir, wie du deine nächste Reise in vollen Zügen genießt und dabei gleichzeitig etwas fürs Klima tun kannst

1. Die Planung: Ziele bewusst wählen

Die wichtigste Entscheidung fällt oft ganz am Anfang: Wohin soll es gehen – und wie oft? Besonders ausschlaggebend ist nicht nur die Entfernung zum Reiseziel, sondern auch das gewählte Verkehrsmittel. Auch längere Aufenthalte an einem Ort können helfen, Emissionen zu reduzieren.

Manchmal führt die Antwort nach Baden-Württemberg. Manchmal nach Italien. Klimafreundliches Reisen in Europa ist oft einfacher als gedacht und läst sich gut ohne Flug machen. Schon bei der Urlaubsrecherche kannst du starten: Mit einer umweltfreundlichen Suchmaschine wie Ecosia oder GOOD unterstützt du direkt nachhaltige Projekte.

2. Die Anreise: klimafreundlich Urlaub machen

Die An- und Abreise verursachen meist den größten Anteil der Emissionen einer Reise. Deshalb lohnt es sich hier besonders genau hinzuschauen. Es gibt viele Möglichkeiten, um klimafreundlich ans Ziel zu kommen.

Bahn und Bus

Bahnreisen zählen zu den klimafreundlichsten Optionen. Und viele europäische Ziele sind überraschend gut mit der Bahn erreichbar. Paris, Wien, Zürich oder auch weiter entfernte Regionen lassen sich oft komfortabel erreichen – teilweise sogar über Nacht. So manche Bahnstrecke kann sich dabei mehr als sehen lassen.

Fahrrad und E-Bike

Für kürzere Distanzen oder als Teil der Reise: Fahrrad und E-Bike sind nicht nur klimafreundlich, mit ihnen lässt sich die Umgebung auch flexibel und unabhängig erkunden. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (adfc) hat in Baden-Württemberg viele tolle Fahrradtouren, inklusive fahrradfreundliche Gastgebende zusammengestellt.

Kombinatin statt Entweder-Oder

Nicht jede Strecke lässt sich komplett ohne Flug bewältigen. Aber oft lassen sich Teilstrecken klimafreundlicher gestalten zum Beispiel durch die Anreise zum Flughafen mit der Bahn, einer Kombination aus Bahn und Bus im Zielland und den Mietwageneinsatz wirklich auf die Fahrten zu beschränken, wo es wirklich nötig ist

Mal was anderes: Ungewöhnliche Arten, ans Ziel zu kommen

Bus, Bahn, Fahrrad – alles super. Aber wer sagt, dass die Anreise nicht selbst schon das Erlebnis sein kann? Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kutschfahrt auf die Schwäbsiche Alb? Oder einer Eselwanderung zum Feldberg durch den Südschwarzwald?

Nachhaltige und ungewöhnliche Reiseideen ab Süddeutschland

Mit dem Rad ans Meer oder im Schlaf nach Venedig: Diese vier Routen beweisen, dass die besten Abenteuer oft direkt vor der Haustür starten. Außergewöhnlich und absolut klimafreundlich.

Von Donauwörth bis zum Schwarzen Meer

Einfach mal mit dem Kajak oder Kanu von Gutenstein bis Sigmaringen durch den „schwäbischen Grand Canyon“. Die 2.000 Kilometer bis zum Schwarzen Meer sind per Wasserweg aber auch in 30 Tagen zu schaffen. Wer etwas weniger Zeit zur Verfügung hat, plant am besten die kürzere Kayak-Tour durch den Donaubruch.

Vom Schwarzwald bis zur Nordsee

Was passiert eigentlich, wenn du dem Rhein rund 1.200 Kilometer mit dem Rad folgst? Du landest an der Ostfriesischen Küste. 10 bis 15 Tage solltest du dafür einplanen. Dafür bietet dir die Strecke entlang des Rheinradwegs einige Sehenswürdigkeiten.

Von Garmisch nach Italien  

Für viele steht eine Alpenüberquerung auf der Bucketlist. Vielleicht auch für dich? Eine beliebte Route führt von Garmisch nach Meran und ist mit einer soliden Grundkondition in einer Urlaubswoche machbar.

Über Nacht nach Venedig

In Stuttgart einschlafen, in Venedig aufwachen. Das ist kein Traum, sondern ein Angebot der Deutschen Bahn. Mit zahlreichen Zugverbindungen kommst du ganz einfach über Nacht in europäische Metropolen.

3. Unterweges: flexibel und ressourcenschonend

Ob Mannheim oder Madrid: hauptsache nachhaltig. Wer klimafreundlich reist, bleibt auch vor Ort möglichst unabhängig vom eigenen Auto. Egal ob im Nachbarbundesland oder dem Ausland, der Öffentliche Nahverkehr, der lokale Fahrradverleih oder Wege zu Fuß zu gehen, sind häufig eine gute und günstige Option.

Viele Städte und Regionen investieren gezielt in nachhaltige Mobilität. Wer sie nutzt, erlebt oft mehr vom Alltag vor Ort und weniger vom Verkehr.

4. Der Aufenthalt: kleine Entscheidung, große Wirkung

Die Wahl der Unterkunft beeinflusst den Ressourcenverbrauch vor Ort. Nachhaltige Betriebe versuchen beispielsweise Energie und Wasser einzusparen und setzen oft auf regionale und saisonale Produkte.

Auch kleine Unterkünfte oder alternative Konzepte wie Camping oder Ferienwohnungen können eine gute Wahl sein, wenn sie ressourcenschonend genutzt werden. Eine zentrale Unterkunft erleichtert es zusätzlich, Wege kurz zu halten und Ressourcen zu sparen.

5. Zurück zu Hause

Nach der Reise ist vor der Reise. Und es lohnt sich ein Blick zurück: Was hat gut geklappt? Welche Entscheidung würdest du sofort wieder so treffen? Und was steht als nächstes an? Vielleicht der Nachtzug nach Barcelona? Die Radtour entlang der Donau? Oder doch erstmal der Schwarzwald? Wer einmal klimafreundlich gereist ist, denkt beim nächsten Mal automatisch anders und wird oft auch mutiger.